Liars - Liars


Liars

VÖ / Label / Vertrieb: 17.08.2007 / Mute / EMI

LIARS haben sich nie damit zufrieden gegeben, sehr lange an einem Ort zu verweilen. Und so liefert jedes neue Album geografisch, persönlich und vor allem musikalisch neue Ziele, ein neues Vermächtnis, gleich einen ganzes Set neuer Referenzpunkte und eine ebenso neue Art, über Musik nachzudenken.

Nach dem Multimediaprojekt Drum’s Not Dead aus dem Jahr 2006 – jeder Track wurde von drei exklusiven Kurzfilmen begleitet – melden sich LIARS nun mit ihrem bis dato minimalistischsten und direktesten Album zurück. Schlicht Liars betitelt, lässt ihr vierter Longplayer (aufgenommen in Berlin und LA und schließlich in London von ERASURE- und DEPECHE MODE-Produzent Gareth Jones gemischt) die dreißigminütigen Soundcollagen mit Titeln wie This Dust That Makes The Mud hinter sich und öffnet sich einer Reihe der, wenn man so will, konventionellsten aber auch stärksten Songs, die die Band bisher veröffentlicht hat. Und obwohl man die LIARS gerade auch jener Collagen wegen schätzt, ist dieser jüngste Karriereschlenker doch so erfreulich überraschend wie stets ausgefallen.

Der 1,98 Meter große australische Sänger Angus Andrew erklärt die Methode hinter der neuen Herangehensweise: „Es war eine Art Reaktion auf das, was wir während des kreativen Prozesses erlebt hatten – ich glaube, in der Vergangenheit hatten wir immer das Gefühl, dass unsere Album ein Konzept haben müssten. Dieses Mal fanden wir, dass wir uns das Recht verdient hatten, nicht immer alles erklären oder unseren Songs ein übergeordnetes Thema geben zu müssen.“

„Außerdem wollten wir wohl sichergehen, dass wir das Interesse der Hörer nicht mit abgefahrenen Titeln von der Musik ablenken“, fährt Andrew fort. „Häufig reden und denken die Leute mehr über die Worte in den Titeln nach als über die Musik selbst. Das wollten wir dieses Mal vermeiden und keine externen Einflüsse auf die Wahrnehmung unseres Publikums zulassen, seien es Songtitel oder seltsame Artworks. Alles ist dieses Mal sehr direkt. Das Tempo der Produktion hat sich im Vergleich zu unseren früheren Alben verdoppelt, so hatten wir in gewisser Weise weniger Zeit, alles auszudiskutieren.“

Angus, Aaron Hemphill und Julian Gross – der nach dem 2001er Debüt-Album They Threw Us All In A Trench And Put A Monument On Top und seit dem Abschied von Pat Nature und Ron Albertson, der ursprünglichen Rhythmusabteilung, die Drums übernommen hat – haben beschlossen, den Entstehungsprozess ihrer Musik nicht über Gebühr zu analysieren.

„Wir wollten Songs schreiben, die kein Konzept brauchen. Wir beschlossen, wirklich schnell zu arbeiten und nicht zu viel darüber zu diskutieren, was wir da eigentlich taten. Aaron und mir schwebten Stücke vor, die auf emotionale Weise für sich selbst sprechen – wie damals, als wir Teenager waren und Texte in einem Song uns wirklich viel bedeuteten. Wir wollten Lieder, die uns daran erinnerten, wie es war, ein Teenager zu sein – und unsere so ziemlich einzige Vorbereitung bestand darin, dass wir uns Bands anhörten, die wir als Kids mochten, Sachen wie OMD, THE CURE und SIOUXSIE AND THE BANSHEES.”

Obwohl sich Andrew und der ehemalige Mikrobiologe Aaron Hemphill in LA kennen lernten (wo Andrew an der Kunsthochschule Fotografie studierte), entschied sich die Band nach einem Aufenthalt in New York für Berlin als europäische Tourbasis. Hemphill und Gross kehrten kurz nach Drum’s Not Dead nach LA zurück, allein Andrew blieb in der deutschen Hauptstadt, wo der Großteil von Liars in den Planet Roc-Studios (einem ehemaligen ostdeutschen Radiosender, der in den 1950ern von Bauhaus-Architekt Franz Ehrlich gebaut worden war) aufgenommen wurde. Nachdem sie separat in Deutschland und Amerika an den Songs gearbeitet hatten, fanden sich LIARS über Silvester 2006/2007 für 14 Tage im Planet Roc zusammen, um ihre Ideen unter einen Hut zu bringen.

„Das Planet Roc wurde als Radiosender gebaut und liegt im alten Ost-Berlin, dort herrscht also diese eigenartige kommunistische Atmosphäre – aber es ist ein befreiendes Gefühl, das Gebäude für unsere Zwecke zu nutzen. Das Beste daran ist allerdings, dass es dort jede Menge unterschiedlich große Räume und Ecken gibt, in denen man aufnehmen kann – wir haben sogar einen Drumpart in einem Treppenhaus eingespielt.“

„Manchmal benutzten wir zwei Räume gleichzeitig – ich arbeitete in einem und Aaron nebenan. Das kann zwar beängstigend sein, aber Aaron und ich arbeiten seit zehn Jahren zusammen und vertrauen einander, obwohl wir manchmal völlig unterschiedliche Auffassungen vertreten. Wie bei dieser Platte – da hatten wir ganz verschiedene Interessen, als es um den Sound ging: Zwar schrieben wir beide über Freiheit und Teenager-Melodramen, aber mir ging es um den Bass, und Aaron um die High-End-Treble-Sachen.”

Allerdings mussten sie ihre Interessen nicht allein zu einem Augleich bringen: Jeremy Glover, ein australischer Freund der Band, übernahm den Bass und half Liars einzuspielen. „Jeremy verstand, worum es uns ging und unterstützte uns dabei, die Songs im Studio zu formen und diese emotionale Schärfe zu finden, nach der wir suchten. Unsere Platte sollte dieselbe Wirkung auf unser Publikum haben wie damals die Ramones auf uns, als wir sie zum ersten Mal hörten.“

Ihre Bemühungen, auf einer emotionaleren Ebene zusammenzufinden, waren erfolgreich. Anders als zum Beispiel ihre 2004er Veröffentlichung They Were Wrong, So We Drowned mit ihrer bruchstückhaften, auf Berichten über die Hexenprozesse von Salem basierenden Erzählung, besteht Liars aus einer Reihe Songs, die einzig durch die Tatsache verbunden sind, dass keine andere Band diese Musik hätte produzieren können. Vom dämonischen Fußball-Schlachtgesang „Clear Island“ bis hin zu „Freak Out“ mit seiner industriellen Beach Boys-Lieblichkeit, dem metal-gewürzten Geburtsritual „Cycle Time“ oder dem NoFi-Elektroshuffle „Houseclouds“, ist dies ein Album, dem es gelingt, die alten, experimentell eingestellten LIARS durch einen aufregend hinterlistigen neuen Pop-Rahmen aufzufangen.

„Mit jeder Platte lernen wir mehr darüber, was wir erreichen können“, schließt Angus, der nach Abschluss des Albums nach LA zurückkehrte. „Mit Liars sind wir einen Schritt weiter gekommen auf unserem Weg, Musik zu machen. Als wir mit der Band anfingen, war sie für uns mehr eine Ausdrucksform. Jetzt kommt es uns so vor, als würden wir langsam die Kontrolle über dieses Medium übernehmen. Heute weiß ich zumindest in gewisser Weise, wie ich zu unserem Publikum in Kontakt treten kann. Vorher war es mehr wie ein Experiment, ein Versuch auf gut Glück.“

Und dieses Experiment ist ein unbestrittener Erfolg. Indem sie mit Liars wieder auf Anfang geschaltet hat, kehrt die Band zurück in die Zukunft.

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Dates

No Dates scheduled in GAS at present.

WEB

Artist www.liarsliarsliars.com
Label www.mute.de
Booking www.target-concerts.de
Myspace www.myspace.com/liarsliarsliars